Vögel auf Helgoland: Diese 5 Arten sollten Sie kennen

Seevögel auf Helgoland
Die Vogelfelsen von Helgoland gehören zu den bekanntesten Brutplätzen für Seevögel in Deutschland.

5 Seevögel, die man auf Helgoland fast immer sieht

Helgoland ist einer der besten Orte in Deutschland, um Seevögel aus nächster Nähe zu beobachten. Man muss dafür kein Vogelkenner sein. Wer im Frühjahr oder Sommer am Klippenweg im Oberland steht, sieht schnell Basstölpel, Trottellummen, Dreizehenmöwen und andere Arten direkt an den roten Felsen.

Der wichtigste Bereich ist der Lummenfelsen rund um die Lange Anna. Dort brüten die Vögel dicht an dicht auf den Felsvorsprüngen. Manche sitzen ruhig in der Kolonie, andere fliegen knapp über den Köpfen vorbei oder gleiten unten über der Nordsee. Das ist ziemlich nah dran, manchmal fast überraschend nah.

Die beste Zeit ist meist von April bis Juli. Dann ist auf den Felsen am meisten los. Ein Fernglas ist praktisch, aber nicht zwingend nötig. Viel wichtiger: auf den Wegen bleiben, langsam gehen und die Tiere nicht stören. Die Brutplätze sind empfindlich.

Wer gezielt wegen der Vögel nach Helgoland fährt, sollte vor der Reise auch kurz das Wetter prüfen. Wind, Regen und Sicht machen am Klippenweg viel aus. Die offiziellen Wetter und Webcam Informationen von Helgoland geben vor der Überfahrt einen guten ersten Eindruck.

1. Basstölpel

Basstölpel auf Helgoland
Großer weißer Seevogel mit gelblichem Kopf und schwarzen Flügelspitzen.

Der Basstölpel ist der auffälligste Vogel am Helgoländer Vogelfelsen. Er ist groß, hell, hat schwarze Flügelspitzen und einen leicht gelblichen Kopf. Wenn Basstölpel an den Klippen vorbeigleiten, erkennt man sie auch ohne Fernglas ziemlich schnell.

Besonders stark sind die Sturzflüge. Basstölpel können aus der Höhe fast senkrecht ins Wasser schießen, um Fische zu fangen. Rund um Helgoland sieht man das regelmäßig, vor allem wenn draußen auf dem Wasser viel Bewegung ist.

  • Deutscher Name: Basstölpel
  • Englischer Name: Northern gannet
  • Erkennbar an: weißem Körper, schwarzen Flügelspitzen und langem Schnabel
  • Beste Orte: Klippenweg, Lummenfelsen, Bereich um die Lange Anna
  • Typisch: lange Gleitflüge und Sturzflüge ins Meer

Mehr zur Seevogelkolonie auf Helgoland beschreibt auch das Alfred Wegener Institut.

2. Trottellumme

Trottellumme auf Helgoland
Die Trottellumme sitzt oft dicht gedrängt auf den Felsvorsprüngen.

Die Trottellumme gehört zu Helgoland wie kaum ein anderer Vogel. Auf den ersten Blick erinnert sie manche Besucher an einen kleinen Pinguin. Sie steht oft aufrecht auf den schmalen Felsvorsprüngen, mit dunklem Rücken und hellem Bauch.

Bekannt ist die Trottellumme vor allem durch den Lummensprung. Dabei springen die Jungvögel im Frühsommer von den Felsen hinunter Richtung Meer. Das sieht heftig aus, ist aber ein natürlicher Teil ihres Lebens.

  • Deutscher Name: Trottellumme
  • Englischer Name: Common guillemot
  • Erkennbar an: dunklem Rücken, hellem Bauch und aufrechter Haltung
  • Beste Orte: direkt am Lummenfelsen
  • Besonderheit: der Lummensprung im Frühsommer

3. Dreizehenmöwe

Dreizehenmöwe auf Helgoland
Die Dreizehenmöwe gehört zu den typischen Klippenvögeln auf Helgoland.

Bei der Dreizehenmöwe denken viele zuerst: normale Möwe. Wenn man genauer hinschaut, wirkt sie aber feiner als die großen Möwen, die man aus Häfen und Städten kennt. Sie passt richtig zu den Klippen, weil sie dort in Kolonien brütet und ständig in Bewegung ist.

An windigen Tagen sieht man Dreizehenmöwen oft direkt vor den Felsen in der Luft stehen. Sie nutzen den Aufwind an der Klippe und wirken dabei fast so, als müssten sie kaum mit den Flügeln schlagen.

  • Deutscher Name: Dreizehenmöwe
  • Englischer Name: Black legged kittiwake
  • Erkennbar an: hellem Körper, grauen Flügeln und schwarzen Flügelspitzen
  • Beste Orte: Felswände am Oberland
  • Typisch: laute Brutkolonien an den Klippen

4. Tordalk

Tordalk auf Helgoland
Der Tordalk wirkt kräftiger und kompakter als die Trottellumme.

Der Tordalk wird leicht übersehen, weil er oft zwischen Trottellummen sitzt oder unten auf dem Wasser schwimmt. Hat man ihn aber einmal erkannt, fällt der Unterschied auf: Er wirkt kompakter und hat einen kräftigeren Schnabel.

Schauen Sie nicht nur auf die Felsen, sondern auch auf die Wasserfläche darunter. Dort sitzen Tordalke häufig zwischen anderen Seevögeln. Plötzlich tauchen sie ab und sind ein paar Sekunden später an ganz anderer Stelle wieder da.

  • Deutscher Name: Tordalk
  • Englischer Name: Razorbill
  • Erkennbar an: kräftigem Schnabel und schwarz weißem Gefieder
  • Beste Orte: Wasserflächen vor dem Lummenfelsen
  • Hinweis: oft zwischen Trottellummen zu sehen

5. Eissturmvogel

Eissturmvogel auf Helgoland
Eissturmvögel gleiten oft ruhig entlang der Klippen.

Der Eissturmvogel ist nicht der auffälligste Vogel auf Helgoland. Viele halten ihn zuerst für eine Möwe. Wenn man ihn länger beobachtet, merkt man aber den Unterschied: Er fliegt ruhiger und gleitet oft mit steifen Flügeln an den Klippen entlang.

Gerade bei Wind passt dieser Vogel perfekt zur Insel. Er nutzt die Luftströmung an den Felsen und wirkt fast, als würde er einfach am Klippenrand entlanggetragen.

  • Deutscher Name: Eissturmvogel
  • Englischer Name: Northern fulmar
  • Erkennbar an: ruhigem Gleitflug und kräftigem Schnabel
  • Beste Orte: Klippen rund um den Lummenfelsen
  • Typisch: fliegt oft sehr nah an den Felsen entlang

Wann ist die beste Zeit zur Vogelbeobachtung?

Die beste Zeit für die großen Seevogelkolonien ist grob von April bis Juli. Dann wird gebrütet, gefüttert, gerufen und gestritten. Es ist laut, lebendig und manchmal auch ein bisschen chaotisch. Genau das macht den Vogelfelsen so stark.

Im Herbst ist Helgoland für Zugvögel interessant. Dann sieht man nicht unbedingt dieselbe Brutkolonie wie im Frühjahr, aber dafür können ganz andere Arten auftauchen. Wer aktuelle Beobachtungen verfolgen möchte, findet beim ornitho.de Vogelportal Meldungen aus Deutschland.

Wo sieht man die Vögel am besten?

Der beste Bereich ist der Klippenweg im Oberland. Von dort blickt man auf den Lummenfelsen, die Lange Anna und die Brutkolonien. Viel näher kommt man Seevögeln in Deutschland kaum, jedenfalls nicht auf so einfache Weise.

Morgens oder am späteren Nachmittag ist es oft angenehmer. Es sind weniger Leute unterwegs, das Licht ist besser und man bleibt eher mal stehen, statt nur schnell ein Foto zu machen. Bei Wind kann es oben auf dem Klippenweg aber frisch werden, auch wenn unten im Hafen alles ruhig wirkt.

Bitte bleiben Sie auf den Wegen. Die Felsen sind nicht nur schön, sondern auch ein empfindlicher Brutplatz. Abstand ist hier kein übertriebener Naturschutzsatz, sondern wirklich wichtig.

Kurz gesagt

Wer Helgoland besucht, sollte den Vogelfelsen nicht auslassen. Basstölpel, Trottellummen, Dreizehenmöwen, Tordalke und Eissturmvögel sind dort kein kleines Extra, sondern ein großer Teil der Insel. Gerade im Frühjahr und Frühsommer ist der Klippenweg einer der besten Orte, um Seevögel in Deutschland aus nächster Nähe zu sehen.

Planen Sie genug Zeit ein, vor allem bei einem Tagesausflug. Erst Fährzeiten prüfen, dann Wetter checken, dann hoch zum Klippenweg. Mehr braucht es oft gar nicht.

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